Nachlese "Lernen ohne Lärm" 2019: „Wege zu leiserem Lernen und Leben in Kindergärten und Schulen“

Eine Abordnung der NMS Rohrbach, bestehend aus Frau Ursula Lanzerstorfer, Frau Christina Springer, Herrn Helmut Eder, Herrn Direktor Dirk Andreas sowie die Schülervertreterinnen Melanie Moser und Laura Frischkorn, machte sich auf den Weg nach Wien, um die Auszeichnung für ihr großes Engagement in Form einer Urkunde und einem Goody-Bag entgegenzunehmen.

Ein Jahr lang beschäftigte sich die Schulgemeinschaft mit dem Thema „Lernen ohne Lärm“. Die Ergebnisse wurden im Brigittenauer Gymnasium in Wien präsentiert. Es war ein würdiger Abschluss eines Jahresprojektes, welches durch das Engagement ALLER zu einem Vorzeigeprojekt geworden ist. Besonders erwähnenswert ist, dass sich die SchülerInnen im Schülerparlament Gedanken zur Umsetzung gemacht haben.

Die Jury beeindruckte vor allem die vielfältige Umsetzung des Themas in der NMS Rohrbach: Videofilme, Hörspiele, Broschüren, Fotobuch, schalldämmende Kunst, Unterstützung durch Experten und organisatorische Veränderungen.

Neben der NMS Rohrbach präsentierten 11 weitere am Projekt teilnehmende Kindergärten, Volksschulen, Mittelschulen, ein Gymnasium und Berufsbildende Höhere Schulen ihre spezifischen Projektergebnisse, die in den vergangenen zwei Schuljahren im Rahmen des Projekts „Lernen ohne Lärm“ entwickelt und umgesetzt worden waren.

Abgerundet wurde die Konferenz durch die Präsentation eines Kurzfilms über das Projekt, einem gedruckten Leitfaden zur Umsetzung des Projekts in anderen Schulen, digitalen Erfahrungsberichten der teilnehmenden Schulen, die Möglichkeit zu einem kostenlosen Hörtest der AUVA, sowie einem köstlichen Buffet, das Zeit und Raum zu weiterem Austausch und Vernetzung bot.

 

Ob zu Hause, unterwegs oder in der Schule: Lärm ist im Alltag von Kindern und Jugendlichen omnipräsent. Dessen gesundheitliche Folgen geraten allerdings oftmals aus dem Blickfeld. Zu spaßen ist mit ihnen aber nicht. Denn eine hohe Geräuschkulisse erschwert die Konzentration, erzeugt Stress, Gesundheitsprobleme für die Ohren und wirkt schädlich auf das Herz-Kreislauf- und das Hormonsystem. Laut Prognosen wird jeder dritte Jugendliche von heute im Alter von 50 Jahren ein Hörgerät brauchen. Die Konferenz „Lernen ohne Lärm – Wege zu leiserem Lernen und Leben in Kindergärten und Schulen“ zeigte neue Möglichkeiten der Lärmprävention in Bildungseinrichtungen und bot didaktisches, organisatorisches und planerisches Rüstzeug für den Weg in eine lärmgeschütztere Zukunft. Sie richtete sich vornehmlich an PädagogInnen sowie an Interessierte aus dem Gesundheits- und Architekturbereich. Etwa 120 Personen nahmen daran teil.

 

Interaktive Messestände und kostenloser Hörtest

Nach einem gemeinsamen Konferenzauftakt waren alle BesucherInnen eingeladen, sich bei Messeständen näher zu verschiedenen Facetten von Lärm zu informieren, zu experimentieren und sich auszutauschen. Das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus zeigte Lärmkarten, das Institut für Schallforschung der Akademie der Wissenschaften lud zur Erstellung des eigenen akustischen Fingerabdruckes sowie zum Testen des eigenen Hörverhaltens mit einem künstlichen Hörkopf. Der Österreichische Arbeitsring für Lärmbekämpfung präsentierte eine Richtlinie zur Planung und Gestaltung von lärmreduzierten Bildungseinrichtungen, das Österreichische Umweltzeichen stellte seine Angebote für Schulen vor. Die Firmen GAJA Acoustic, Silent Fiber, Tante Lotte Design, BASWA Acoustics, UPECO-Service, Klangschmiede und Spielplatz-Service stellten ihre jeweiligen Produkte und Dienstleistungen zur Verbesserung von Raumakustik vor, die Firmen Med-EL und Neuroth präsentierten Hörimplantate sowie angepassten Gehörschutz. Das FORUM Umweltbildung sowie das Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark stellten ihre Bildungsangebote zu Umwelt und Nachhaltigkeit vor, die AUVA präsentierte Gesundheitsbildungsangebote für Kindergärten und Schulen.

Drei Workshops, Broschüren und Buffet

In drei parallelen Workshops wurden danach unterschiedliche Aspekte von Lärm zielgruppenspezifisch näher bearbeitet: Denise Sprung (UBZ Steiermark) und Anna Streissler (Umweltdachverband) zeigten, wie die Lärmschule zur Lernschule wird und präsentierten einen praktischen „Lärm-Sensibilisierungskoffer“ für den Unterricht. Umweltmediziner Hans-Peter Hutter (MedUni Wien) und Edith Svec-Brandl (AUVA) informierten über die gesundheitlichen Auswirkungen von Lärmbelastung und gaben SchulärztInnen und Gesundheitsinteressierten Tipps für den Alltag. Wie Bildungseinrichtungen räumlich nachrüsten können, um Lärm effizient zu reduzieren, war wiederum Thema des Workshops mit Ilse Bartosch (Uni Wien) und Bernhard Weiß (Wohlklang).