30.11. 2018: 10 Jahre Klimabündnis

„Es gibt immer wieder Zeiten im Laufe eines Schuljahres, in der man innehalten soll, sich Zeit nehmen soll, um auf etwas zurückzublicken, das man geschaffen und erreicht hat. Vielleicht ist es schon zur Selbstverständlichkeit geworden und wir haben es aus dem Auge verloren.

Es sind heute eigentlich drei verschiedene Themen und wenn man genauer drauf schaut, doch nur eines: Zusammenarbeit mit dem Elternverein, Zusammenarbeit mit der PTS und die 10jährige Mitgliedschaft beim Klimabündnis.

Ich begrüße zu unserer kleinen Feier recht herzlich die Landtagsabgeordnete Ulrike Schwarz, Vizebürgermeister Franz Hötzendorfer, unseren Pflichtschulinspektor Markus Gusenleitner, Vertreter des Klimabündnisses Norbert Rainer, die Vertreterin des Elternvereins Obfrau Katharina Sigl und den Direktor der PTS Hans-Peter Indra.

In unserer Schule wird seit vielen Jahren an der ganzheitlichen Sicht von Lernen gearbeitet. Mit allen Sinnen lernen, in Bewegung lernen, Kopf- Hand-Herz, miteinander und voneinander lernen und respektvoller Umgang. Lernen und Erziehen gehen Hand in Hand. All diese großen Vorhaben spiegeln sich in einer gewissen Weise in unseren Zertifikaten und Auszeichnungen im Eingangsbereich wider. Aber natürlich, und das ist viel wichtiger, auch im gelebten Schulalltag. Dafür danke ich euch liebe SchülerInnen und euch liebes Kollegium.

Ich möchte mich auch recht herzlich beim Elternverein und bei der PTS bedanken, die uns in unserem Vorhaben, das Obst, das wir einmal im Monat vom Elternverein gesponsert bekommen, attraktiv zu präsentieren. Die PTS hat in ihrem Fachbereich den Marktstand geplant und produziert. Das Dach wurde im textilen Bereich von Frau Lanzerstorfer gemacht, die flotten Obstsilhouetten wurden in BE von Frau Elisabeth Haara gestaltet und die Platte kommt vom Schulwart Karl Sulzermeier. Viele Köche verderben in diesem Fall nicht den Brei, sondern schaffen einen schönen Marktstand. Danke nochmals allen Beteiligten.

Wir sind eine Gesunde Schule OÖ, eine Schule in Bewegung, eine ÖKOLOG-Schule, eine SAM-Schule, eine Integrationsschule und seit 10 Jahren eine Klimabündnisschule. Die Grundgedanken der einzelnen Bereiche greifen ineinander wie Zahnräder. Bewegt man ein Zahnrad, werden alle anderen auch in Bewegung gesetzt. Manchmal ist es uns nicht mehr bewusst, was wir in den einzelnen Bereichen machen, da es für uns zur Normalität geworden ist: Energiespion, bewegte Pausen, bewegter Unterricht, Methodentrainingstage, Smileyaktion und Gurkenzangenaktion, Schülerparlament, um nur einige Aktionen zu nennen.“ Mit dieser Rede begann Direktor Dirk Andreas die kleine Feier zur 10jährigen Mitgliedschaft beim Klimabündnis.

Die 4a Klasse präsentierte die Ergebnisse, die sie im Internet mit Frau Sabine Lindorfer recherchiert hatten. Die Geschichte über den Apfel aus aller Welt zeigt sehr gut, wie Gesundheit, Ökologie, Bewegung und Klimaschutz ineinandergreifen.

Ökobilanz des Apfel-Klimas (Recherche 4a)

An der Obsttheke eines Supermarktes geht es heute internationaler zu als an einem Flughafen.

Neben den Äpfeln aus Österreich liegen Erdbeeren aus Spanien, Kiwis aus Neuseeland oder Ananas aus Costa Rica. So gut wie jede Sorte Obst kaufen zu können und das auch noch zu jeder Jahreszeit, ist für uns ganz normal geworden. Aber welche Folgen hat es für die Umwelt, wenn Obst erst um die halbe Welt reist, ehe es in unserem Einkaufskorb landet?

 Wir die 4a haben uns in den Klassenvorstandsstunden mit dem Thema „Apfel“ und hier im Besonderen mit der Ökobilanz des Apfels auseinandergesetzt. Wir sind bei der Recherche im Internet dabei auf sehr überraschende und interessante Ergebnisse gestoßen.

Das Lieblingsobst der Österreicher ist der Apfel. Jeder von uns isst im Schnitt 25 kg Äpfel im Jahr. Darum haben Wissenschaftler untersucht wie die Ökobilanz aussieht, von solchen aus heimischer Produktion und ebenso wie die von Äpfeln aus dem anderen Ende der Welt.
Die Ökobilanz bezeichnet die Umweltwirkung eines Produkts während des gesamten Lebenswegs.

Wenig überraschend ist, dass der heimische Apfel im Herbst, also zur Erntezeit, den neuseeländischen Apfel um Längen schlägt. Außerhalb der Erntezeit schaut das Ergebnis aber weniger eindeutig aus.

Regionaler Apfel

Ich bin ein heimischer Apfel aus unserer Region. Gewachsen bin ich auf einer Streuobstwiese in Rohrbach. Ich darf ganz ohne Spritzmittel oder anderen Behandlungen heranreifen. Mein Äußeres ist womöglich nicht ganz makellos. Es kann auch sein, dass ein kleiner Wurm bei mir ein Zuhause gefunden hat.
Der Bauer pflückt alle Früchte vom Baum und lagert uns in einem dunklen Keller, wo wir einige Monate haltbar sind. Auch wenn unsere Schale dann schon schrumpelig ist, ist unser Fruchtfleisch noch immer hervorragend im Geschmack.
Leider sind in den modernen Häusern die Lagerkeller viel zu warm, sodass heimisches Obst schlecht gelagert werden kann.
Für meine Produktion wird sehr wenig Energie verbraucht.

Apfel aus der Steiermark

Ich komme aus der Steiermark, dem größten Apfelanbaugebiet in Österreich. Hier begann um 1960 die Rationalisierung im Obstanbau. Apfelbäume werden in Baumreihen gepflanzt und mit Hagelnetzen ausgestattet.
Mehrmals im Jahr werden wir Äpfel dort mit chemischen Mitteln gespritzt, damit der Apfelwickler seine Larven nicht in uns ablegen mag.
Viele Äpfel werden schon unreif vom Baum genommen, damit die übrigen gleichmäßig groß wachsen können und ausreichend vom Baum versorgt werden. Schließlich sollen wir alle gleich groß und makellos aussehen, damit wir in österreichische Supermärkte verkauft werden können.
Nicht alle Äpfel gehen gleich im Herbst zu den Konsumenten. Lageräpfel kommen in Kühlzellen. Dort muss mit viel Energie die Temperatur auf ca. 3° Celsius gehalten werden. Damit kein Reifegas gebildet wird, wird auch noch Sauerstoff entzogen und Kohlenstoffdioxid zugeführt. Nur so bleiben wir Äpfel frisch und knackig bis zum Frühjahr.
Auch durch den Transport mit dem LKW quer durch Österreich wird die Umwelt zusätzlich belastet.

Apfel aus Neuseeland

Ich komme von der Südhalbkugel aus Neuseeland, wo ich geerntet werde, wenn in Europa Frühling ist. Zirka 23 000 km werde ich aus Neuseeland eingeflogen oder mit dem Schiff zu einem großen Hafen in Europa gebracht. Von dort werde ich dann mit dem Lkw in eines der europäischen Länder und weiter zu den Geschäften geliefert.
Aber schon gleich nach der Ernte werde ich mit LKWs von der Apfelplantage zum Hafen gefahren und auf Schiffe verladen. Die Transporträume am Schiff werden auch gekühlt. Schließlich bin ich mit dem Schiff ungefähr vier Wochen nach Europa unterwegs.
Obwohl sehr viel Energie aufgebracht wird, bevor ich auf dem Tisch bei einem europäischen Kunden lande, ist mein Preis nicht wirklich höher als der des heimischen Apfels.

Schlussfolgerung und überraschende Erkenntnisse

Beim Vergleichen der Ökobilanz zwischen steirischem Lagerapfel und Äpfel von der Südhalbkugel hat uns aber einiges überrascht:
Der neuseeländische Apfel wird, wie wir schon gehört haben, in vier Wochen 23.000 km über das Meer transportiert, der österreichische Apfel liegt fünf Monate im Kühllager und verbraucht hier aber auch nur ein Drittel weniger Energie.

Es verschlechtert sich die Ökobilanz für den Apfel aus Übersee aber deutlich, wenn der Transport mit dem Flugzeug erfolgt. Der Energieverbrauch ist dann nämlich viermal so groß.
Der heimische Apfel gewinnt also immer. Nur einer kann ihm den Sieg noch nehmen, wenn der Käufer mit dem Auto und der Käufer des neuseeländischen Apfels mit dem Fahrrad zum Einkaufen fährt.

Den Apfel sollten wir, wenn möglich in der Region kaufen und besonders im Herbst genießen, dann wird die Umwelt am wenigsten belastet. Bei der Produktion von Bio-Obst wird zusätzlich noch Energie gespart.

Darum gilt:
Regional, saisonal und biologisch ist immer noch am umweltfreundlichsten.

Unbestritten ist die gesundheitsfördernde Wirkung des Apfels. Er hat einen hohen Vitamin C und B6 Gehalt und Mineralstoffe wie Kalium und Eisen.

Wir beißen also das ganze Jahr gern in einen Apfel vom Elternverein!

 

Landtagsabgeordnete Ulrike Schwarz dankte der NMS Rohrbach und seinem Kollegium für das jahrelange Engagement und überreichte mit Norbert Rainer die Urkunde für die 10jährige Mitgliedschaft beim Klimabündnis.

PSI RR Markus Gusenleitner nahm in seinen Begrüßungsworten Stellung zum umfassende Lernen in der NMS Rohrbach.

Danach rappten die SchülerInnen der 4a unter der Leitung von Herrn Helmut Glaser „obstmäßig“ gut. Die SchülerInnen der 4b übergaben anschließend kleine Marmeladegläser, die sie im Unterricht mit Frau Ursula Lanzerstorfer produziert hatten, an die Ehrengäste.

Link zu Klimabündnis OÖ